Bewerber sitzen vor einem Büro und warten auf das Vorstellungsgespräch

Qualifizierte Zuwanderung – Beruf, Ausbildung und Herkunftsland entscheiden mit

Der Staat hat die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine kontrollierte Arbeitsmigration geschaffen.

Für Staatsangehörige aus den EU-Mitgliedsstaaten sowie aus Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz gilt der Grundsatz der Freizügigkeit.

Für viele deutsche Unternehmen sind ausländische Fachkräfte doppelt attraktiv. Zum einen sind sie dringend notwendig, um offene Stellen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels qualifiziert zu besetzen. Zum anderen bereichern sie das Unternehmen durch mehr Vielfalt und Verschiedenheit – ein Ansatz, den viele Unternehmen gezielt als „Diversity-Management“ in ihrer strategischen Ausrichtung verfolgen. Um die Anstellung ausländischer Fachkräfte zu erleichtern, hat der Staat einen detaillierten rechtlichen Rahmen für eine kontrollierte Zuwanderung geschaffen.

Arbeitsmigration aus dem EU-Ausland – das Prinzip „Freizügigkeit“

Die Beschäftigung von Fachkräften aus dem EU-Ausland ist besonders einfach: Für Staatsangehörige aus den EU-Mitgliedsstaaten sowie aus Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz gilt der Grundsatz der Freizügigkeit. Sie können ihren Wohnsitz und ihren Arbeitsplatz innerhalb der EU bzw. des Europäischen Wirtschaftsraums EWR frei wählen. Seit dem 01. Juli 2015 besitzen auch kroatische Staatsangehörige einen uneingeschränkten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt.

Zuwanderung aus Drittstaaten – mit der Blauen Karte EU

Die Blaue Karte EU bietet Akademikern aus Drittstaaten einen einfachen und unbürokratischen Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Die Voraussetzungen für den Erhalt des Aufenthaltstitels:

  • Abgeschlossenes Studium: Der Arbeitnehmer muss ein abgeschlossenes Hochschulstudium nachweisen.
  • Mindestgehalt: Er muss einen Arbeitsplatz und ein jährliches Mindestgehalt von 48.400 Euro nachweisen.
  • Mangelberufe:Bei sogenannten Mangelberufen, in denen es viele offenen Stellen gibt, liegt der Mindestverdienst bei etwa 37.752 Euro, zum Beispiel für Ärzte oder Ingenieure. Um Lohndumping und Missbrauch zu verhindern, führt die Bundesagentur für Arbeit eine Vergleichbarkeitsprüfung durch. Sie stellt sicher, dass Faktoren wie Gehalt und Arbeitszeiten branchenüblich sind. Die Liste mit Mangelberufen wird halbjährlich von der Bundesagentur für Arbeit aktualisiert.
  • Vorrangprüfung: Mit der Vorrangprüfung stellt der Gesetzgeber sicher, dass die ausgeschriebene Stelle bevorzugt mit arbeitssuchenden Deutschen, EU-Ausländern oder anerkannten Flüchtlingen aus Drittstaaten besetzt wird – sofern eine adäquate Ausbildung vorliegt. Die Arbeitsagentur erhält vom Arbeitgeber einen Vermittlungsauftrag und schlägt ihm sechs Wochen lang „bevorrechtigte Arbeitnehmer“ vor. Kann der Arbeitgeber begründen, dass keiner der Kandidaten die Voraussetzungen erfüllt, stimmt die Arbeitsagentur der Beschäftigung des ausländischen Arbeitnehmers zu.

Zuwanderung aus Drittstaaten – qualifizierte Fachkräfte in Ausbildungsberufen

Neben akademischen Fachkräften suchen deutsche Unternehmen auch Mitarbeiter in qualifizierten Ausbildungsberufen. Entsprechende Bewerber aus Drittstaaten erhalten unkompliziert eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis in Deutschland, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Mangelberuf: Der ausgeschriebene Beruf wird von der Bundesagentur für Arbeit als Mangelberuf geführt. Aktuell besteht zum Beispiel in Gesundheits- und Pflegeberufen sowie bei Elektroberufen und Mechatronikern ein akuter Mangel an Arbeitskräften.
  • Arbeitsvertrag: Der ausländische Arbeitnehmer muss einen Arbeitsvertrag vorweisen können.
  • Gleichwertige Ausbildung: Die in den Drittstaaten erworbene Qualifikation muss einem inländischen Abschluss entsprechen.
  • Branchenübliches Gehalt: Es gibt keine Gehaltsuntergrenze. Einzige Einschränkung: Das Gehalt muss im Branchendurchschnitt liegen.

Ausländische Mitarbeiter – eine Bereicherung, die Unternehmen gezielt fördern können
Qualifizierte ausländische Arbeitnehmer sind nicht nur fachlich ein Gewinn – sie bereichern ein Unternehmen durch andere Sichtweisen, neue Sprachen, kulturelle Vielfalt und einen besonderen Erfahrungsschatz. Unternehmen profitieren daher doppelt, wenn sie die berufliche und private Integration der ausländischen Fachkräfte mit einer Willkommenskultur fördern.

Bei Fragen zur Beschäftigung einer ausländischen Fachkraft, zum Beispiel bei den Formalitäten zur Kranken- und Pflegeversicherung oder zur Sozialversicherung, unterstützt Ihre BKK Mobil Oil Sie gern.