Eine Diplomantin umarmt ihre kommilitonin

Ausländische Abschlüsse – zusätzliche Qualifikation – staatliche Zuschüsse

Welchen Wert besitzt eine ausländische Berufsqualifikation? Und wie können Arbeitgeber ausländische Fachkräfte bei deren Anerkennung unterstützen?

Ein Klassiker in der Personalabteilung: Der Bewerber macht einen passenden Eindruck – aber leider hat er seinen Berufsabschluss im Ausland erworben. Arbeitgebern stellt sich dann die Frage, ob und in welchem Umfang er die erforderlichen Kenntnisse besitzt. Noch komplizierter wird die Sachlage bei reglementierten Berufen wie Arzt oder Apotheker, für die eine bestimmte Berufsqualifikation zwingend vorgeschrieben ist. Mit dem Anerkennungsgesetz hat die Bundesregierung ein wichtiges Instrument geschaffen, um eine im Ausland erworbene Berufsqualifikation mit einem inländischen Abschluss vergleichen zu können. Entspricht die Qualifikation dem deutschen Abschluss nur teilweise, empfiehlt sich eine Anpassungsqualifizierung. Dabei erwirbt der Teilnehmer die zur vollen Anerkennung des Abschlusses noch fehlenden Fähigkeiten.

Ausländische Zeugnisse verstehen – mit dem BQ-Portal

Was kann ein Friseur aus China, welche Fähigkeiten besitzt ein algerischer Gebäudeelektriker? Antwort darauf gibt das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Informationsportal für ausländische Berufsqualifikationen unter www.bq-portal.de. Hier finden Sie als Arbeitgeber umfangreiche Informationen, um ausländische Aus- und Fortbildungsabschlüsse bewerten und einschätzen zu können.

Das Anerkennungsgesetz – einen ausländischen Abschluss anerkennen lassen

Das Anerkennungsgesetz wurde geschaffen, damit sich eine im Ausland erworbene Qualifikation besser auf dem deutschen Arbeitsmarkt nutzen lässt. Dabei wird im Rahmen eines Anerkennungsverfahrens überprüft, in welchem Umfang die ausländische Qualifikation einem inländischen Referenzabschluss entspricht. Das entscheidende Kriterium ist nicht die „Gleichheit“, sondern die „Gleichwertigkeit“. Neben der Ausbildung wird auch die Berufserfahrung berücksichtigt.

Ist der Abschluss dem deutschen nur teilweise gleichwertig, lassen sich die fehlenden Kenntnisse nachholen.

Die Kosten für ein Anerkennungsverfahren muss der Antragsteller selber tragen. Eine Ausnahme macht die Bundesagentur für Arbeit lediglich bei Bewerbern, die bereits in Deutschland leben – sie können unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss erhalten.

Die Anpassungsqualifizierung – fehlende Kenntnisse für einen vollwertigen Abschluss nachholen

Ist der Abschluss dem deutschen nur teilweise gleichwertig, lassen sich die fehlenden Kenntnisse durch eine sogenannte Anpassungsqualifizierung nachholen. Die erforderliche „Ausgleichsmaßnahme“ schlägt die zuständige Behörde im „Bescheid zur Gleichwertigkeitsfeststellung“ vor. Die Aus- und Weiterbildungsdatenbank KURSNET der Bundesagentur für Arbeit bietet einen deutschlandweiten Überblick über Seminare und Weiterbildungen sowie detaillierte Informationen zu den einzelnen Bildungsanbietern.

Gezielte Qualifizierungsmaßnahmen – Fördermittel beantragen

Gewusst wie, wo und mit welchen Mitteln: Die zentrale Auslands- und Fachvermittlung ZAV der Bundesagentur für Arbeit berät Sie über geeignete Qualifizierungsmaßnahmen für Bewerber und Angestellte. Dort finden sich zudem Informationen über aktuelle Fördermittel. Unter bestimmten Umständen erhalten Arbeitgeber bei der Einstellung einer ausländischen Fachkraft zum Beispiel einen Eingliederungszuschuss. Darüber hinaus übernimmt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge BAMF die Kosten für integrative Maßnahmen wie den Sprachkurs „berufsbezogenes Deutsch“.

Eine umfangreiche Liste der Förderprogramme auf Bundesebene befindet sich hier.


Die Förderprogramme zur Anpassungsqualifizierung sind im Gegensatz dazu häufig regional organisiert. Sie sind auf der Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie aufgeführt.