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Psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz

Krankheitsstand aufgrund psychischer Erkrankungen steigt signifikant

Die Zahl psychischer Erkrankungen unter den Beschäftigten ist in den letzten Jahren um
50 Prozent angestiegen und nach Muskel-Skeletterkrankungen auf den zweiten Platz der Krankenstatistik geklettert. Bei ca. 25 Prozent der seelisch leidenden Frauen und Männer sind die Arbeitsbedingungen der Hauptauslöser für die Erkrankung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Centrums für Disease Management unter Psychiatern.


Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass psychische Belastungen am Arbeitsplatz europaweit zunehmen. Immer mehr Arbeitnehmer fühlen sich gestresst und ausgebrannt.


Daraus können sich schwerwiegende und langfristige psychische Erkrankungen wie z. B. Depressionen, Burnout, Angsterkrankungen, Psychosen, Essstörungen und Suchterkrankungen entwickeln. 

Volkswirtschaftliche Folgen: Sinkende Produktivität, hohe Kosten

Psychische Erkrankungen bedeuten für Unternehmen eine sinkende Produktivität und zunehmend hohe Kosten. Im Jahr 2009 entstanden in Deutschland durch arbeitsbedingte psychische Belastungen volkswirtschaftliche Kosten in Höhe von 6,3 Milliarden Euro.
Diese Milliardensumme teilt sich auf in 3 Milliarden Euro für die Krankheitsbehandlung und in 3,3 Milliarden Euro für den Produktionsausfall. Die Bertelsmann Stiftung rechnet vor, dass „die Verringerung der durch Burnout bedingten Erkrankungen um 10 Prozent" zu Einsparungen von mehreren Hundert Millionen Euro führen könnte.
 

Prophylaxe: Führungskräfte mit sozialer Kompetenz

Das wäre tatsächlich möglich, wie das Schweizer Institut sciencetransfer durch die Langzeitstudie mit 120 Teilnehmern festgestellt hat. Nach Erkenntnis der Wissenschaftler sinkt nämlich das Burnout-Risiko am Arbeitsplatz erheblich, wenn „Führungskräfte ihre Mitarbeiter bei der Arbeit sozial unterstützen“.


Darunter verstehen die Institutsmitarbeiter einerseits eine instrumentelle Unterstützung durch Arbeitsmittel, Tipps und Entlastung, aber genauso emotionale Unterstützung durch „Zuspruch, Trost, Motivation und Zuhören". Das sozial unterstützende Verhalten von Vorgesetzten muss zum festen Teil einer modernen Personalpolitik werden.

Bevor die körperlichen Reaktionen auf Stress oder Unzufriedenheit am Arbeitsplatz richtig gedeutet werden, vergehen oft Jahre. Neben Fehlzeiten treten auch Produktivitätsverluste aufgrund tatsächlicher Gesundheitsprobleme auf. Vor allem Führungskräfte sind gefragt, Konflikte am Arbeitsplatz frühzeitig zu erkennen und Klärungs- und Veränderungsprozesse in Gang zu setzen.
 

Weiterführende Informationen

Weitere detaillierte Informationen und Handlungshilfen für Unternehmen finden Sie in unserer Broschürenreihe "Kein Stress mit dem Stress" (siehe Info rechts oben).